Cupra-Marketingchef im Interview "Wir sprechen neue Kunden an"

Zur Premiere des Cupra Formentor VZ5 sprach AUTONOTIZEN mit Produktmarketingchef Carlos Galindo.



Vor drei Jahren hat die Volkswagen-Tochter Seat das Sportabzeichen Cupra als eigene Marke ausgegliedert, der Cupra Ateca war das erste Modell mit dem kupferfarbenen Logo im Kühlergrill.

Die Strategie, die hinter dieser Entscheidung steckt, wurde spätestens mit dem Launch des kompakten SUV-Coupés Formentor offensichtlich. Cupra soll parallel zu Seat Kunden ansprechen, die bereit sind, mehr Geld auszugeben und dafür auch (aber nicht nur) mehr Leistung zu bekommen.
Als Speerspitze des aktuellen Modellprogramms kommt im vierten Quartal 2021 der Cupra Formentor VZ5 mit einem 390 PS starken Fünfzylinder-Motor ins Programm.

VZ5-Fokus auf den deutschen Markt

„Mit dem Formentor VZ5 sprechen wir andere Kunden an als mit dem Formentor VZ mit 310 PS starkem Vierzylinder-Motor“, erklärt Carlos Galindo, Global Head of Product Marketing für Cupra im Interview mit AUTONOTIZEN. „Diese Kunden sind vor allem an der Technologie des Antriebs interessiert und suchen ein exklusives Automobil.“

Exklusiv wird der Formentor mit Fünfzylinder-Motor bleiben. Die Auflage ist weltweit auf 7.000 Exemplare limitiert. „Wir haben das Potenzial dieses Autos genau analysiert“, führt Carlos Galindo aus. „Die prognostizierte Stückzahl wird den Bedarf der Kunden decken und gleichzeitig für die Exklusivität des Formentor VZ5 sorgen. Der Hauptabsatzmarkt für unser Topmodell wird Deutschland sein.“

Im vierten Quartal 2021 startet die Auslieferung des Cupra Formentor VZ5, vorerst mit zwei möglichen Lackfarben und schwarzer oder blauer Innenausstattung. Etwas zeitversetzt startet der VZ5 in der exklusiven Farbe „Taiga Grey“, die es stets in Verbindung mit brauner Nappaleder-Innenausstattung gibt. „Dieses Paket wird auf eine Stückzahl von 999 Einheiten begrenzt“, verrät der Produktmarketingchef.

Als Imageträger wird der Cupra Formentor VZ5 im Verkauf nur eine Nebenrolle spielen. Vor allem in Märkten, in denen die Autobahnen tempolimitiert sind und die Kaufkraft von der in Deutschland abweicht, dürfte der Formentor 1.5 TSI mit 150 PS starkem Vierzylinder-Benziner in größeren Mengen abgesetzt werden als hierzulande.

Plug-in Hybride mit größtem Potenzial

Cupra Formentor Born Ateca Carlos Galindo Wayne Griffiths

„Europaweit gehen wir davon aus, dass 50 Prozent aller Cupra Formentor als e-Hybrid verkauft werden“, sagt Carlos Galindo. Dabei prognostizieren die Planer für Deutschland einen klaren Vorteil für die leistungsstärkere Hybrid-Version mit 245 PS Systemleistung. Auch sie trägt die Zusatzbezeichnung VZ (spanisch „veloz“ für Schnelligkeit).

Bleibt neben dem Formentor mit seinem breit gefächerten Motorenprogramm denn noch Platz für den Cupra Ateca? Da schmunzelt Carlos Galindo und antwortet: „Seit dem Marktstart des Formentor ist die Nachfrage nach dem Cupra Ateca stark angestiegen. Trotz des pandemiebedingt schwierigen Marktumfeldes verzeichnen wir auch beim Ateca hohe Zuwächse.“

Cupra Born kommt Ende 2021

Cupra Formentor Born Ateca Carlos Galindo Wayne Griffiths

Ende 2021 kommt mit dem Cupra Born das erste Elektroauto der Marke zu den Händlern. Ja, richtig gelesen. Aus „El-Born“ wurde Born. Außerdem hat Cupra-CEO Wayne Griffiths ein kleineres Elektroauto angekündigt. Das noch namenlose Modell wird auf dem kleinen Elektro-VW basieren, der von den Wolfsburgern als Studie für die IAA 2021 in München (sofern sie denn stattfindet) in Aussicht gestellt wurde.

Auch an einer Realisierung des Cupra Tavascan, einem größeren Elektro-SUV auf Basis des MEB (Modularer Elektro-Baukasten) wird gearbeitet. Bleibt da noch Platz für kleine Straßenfeger mit Verbrenner, zum Beispiel in Form eines Cupra Ibiza oder Cupra Arona? „Das steht im Moment nicht auf unserer Agenda“, ist Carlos Galindos klare Antwort.

Teile das!
Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller