Explosion einer Wasserstofftankstelle Knall. Und Fall?

Ein Unglück könnte die Diskussion um die Brennstoffzelle weiter verschärfen.



Am vergangenen Montag (10.06.2019) hat sich an einer Wasserstofftankstelle im norwegischen Sandvika, westlich der Hauptstadt Oslo gelegen, eine Explosion ereignet. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren keine Fahrzeuge und Menschen an der Station. In einem Auto unweit der Tankstelle wurden zwei Insassen leicht verletzt, weil durch die Druckwelle der Explosion die Airbags ausgelöst worden sein sollen.

Was genau der Grund für die Entzündung und Explosion war, ist noch nicht bekannt. Der Betreiber der Tankstelle, Uno-X Hydrogen, und Joint-Venture-Partner schlossen bis zur Klärung der Unglücksursache weitere Tankstellen im skandinavischen Raum. Ob alle 23 Wasserstofftankstellen in Dänemark, Norwegen und Schweden geschlossen wurden, ist unklar. In Finnland gibt es seit Ende 2018 keine Möglichkeit, Wasserstoff zu tanken. Für Fahrer von Wasserstoffautos in der Region gibt es aktuell keine Möglichkeit, Treibstoff zu bekommen. Toyota hat bereits zugesagt, seinen Mirai-Kunden leihweise Ersatzfahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Hyundai dürfte ähnlich agieren.

Brennstoffzellenautos waren nicht involviert

Außerdem pausiert Toyota den Verkauf des Mirai für den Moment. Espen Olsen, Sprecher von Toyota Norwegen, wird wie folgt zitiert: „Wir wissen noch nicht genau, was an der Uno-X-Station passiert ist. Aber wir pausieren die Verkäufe bis wir wissen, was der Grund war und auch aus praktischen Gründen. Im Moment kann man nicht tanken.“

Die in den Autos verbaute Technik und die Wasserstofftanks sollte man nach diesem Vorfall nicht voreilig verurteilen. Im Gegensatz zu Explosionen von Erdgasautos, die bei der Betankung Feuer fingen, war an der Wasserstofftankstelle zum Zeitpunkt des Unfalls niemand zugange.

Die Hersteller von Brennstoffzellenfahrzeugen betonen stets, dass die Tanks in den Autos, die den Wasserstoff mit einem Druck von 700 Bar speichern, mit hoch sensiblen Ablassventilen ausgestattet sind. Außerdem soll sich ein möglicherweise in Brand geratener Wasserstoff in einer kurzen, hohen Stichflamme verflüchtigen.

Sobald es Hinweise zur Unglücksursache und weitere Informationen gibt, wird dieser Artikel upgedated.

Im Video: Tanken von Wasserstoff beim Toyoty Mirai (ab 16:52)

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Screenshot Youtube (1), Bernd Conrad (2)