Mitsubishi L200 (2027)

Mitsubishi L200 (2027) Er ist wieder da

5:19 Min.

Es gibt wieder einen Pick-up von Mitsubishi in Deutschland: Der neue L200 im ersten Check mit Sitzprobe.

Pick-up-Comeback bei Mitsubishi in Deutschland. Nach dem Outlander kommt mit dem L200 jetzt ein zweites Modell aus Asien zu den Händlern in Deutschland. Wie schon zuvor wird der Mitsubishi L200, der in vielen Märkten auch unter dem Namen Triton bekannt ist, nicht aus Japan, sondern aus einem Werk in Thailand.

Der fünfsitzige Lademeister mit Doppelkabine ist 5,32 Meter lang, die Ladefläche hat eine Länge von 1.555 Millimetern und eine Breite von 1.135 Millimetern zwischen den Radkästen. Auch bei diesem Pick-up passt also nur eine Euro-Palette nebst weiteren Dingen auf die Ladefläche, deren Bordwand 52,5 Zentimeter hoch ist. In der höheren von zwei Ausstattungslinien öffnet die Heck-Klappe dank der Gasdruckdämpfer verlangsamt

Zwei Varianten zur Wahl

Auch die aktuelle L200-Generation nutzt eine solide Leiterrahmen-Konstruktion. Unter der Haube steckt ein 2,4 Liter großer Dieselmotor mit doppelter Aufladung, der eine Leistung von 150 kW (204 PS) und ein maximales Drehmoment von 470 Newtonmetern bereitstellt. In knapp unter 13 Sekunden beschleunigt der rund zwei Tonnen schwere Pick-up auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht. Beide L200-Varianten haben eine Anhängelast von 3.500 Kilogramm, die Nutzlast liegt bei rund einer Tonne.

Mitsubishi L200 Diamant heißt das Basismodell mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe und zuschaltbarem Allradantrieb. Zum Preis von 39.990 Euro sind eine manuelle Klimaanlage, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Bergabfahrhilfe und Anhänger-Stabilitäts-Assistent an Bord. Den robusten Charakter unterstreichen solide Stahlfelgen.

Mit einem Listenpreis von 52.990 Euro ist der L200 Diamant Top deutlich teurer. Für den Mehrpreis erhalten Kunden eine Sechsstufen-Automatik und permanenten Allradantrieb "Super Select 4WD" mit sieben Fahrmodi. Dieses System erlaubt das Zuschalten der Vorderachse bis zu einem Tempo von 100 km/h. Das 8-Zoll-Display des Infotainment-Systems kann Smartphone-Inhalte via Apple CarPlay oder Android Auto anzeigen. Die Serienausstattung wird außerdem um LED-Scheinwerfer, Kunstledersitzbezüge, Zweizonen-Klimaautomatik, induktives Smartphone-Laden, getönte Scheiben im Fond, Trittbretter und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen erweitert. Die Liste der Fahrassistenten umfasst Totwinkelüberwachung mit Spurwechselhilfe, Kameras für eine 360-Grad-Rundumsicht und Einparksensoren an beiden Enden der Karosserie.

Die Farbe „Island-Weiß“ ist gratis, Metalliclackierungen in „Basalt-Grau“ und „Piano-Schwarz Perleffekt“ gibt es gegen Zuzahlung von 890 Euro. Die Neuwagen-Garantie von fünf Jahren kann, bei regelmäßiger Wartung, auf bis zu acht Jahre und eine Laufleistung von 160.000 Kilometern erweitert werden. Das dürfte ein wichtiger Punkt bei den Verkaufsgesprächen im Authaus sein. Mit dem noch taufrischen KGM Musso , den es mit 202 PS starkem Dieselmotor stets als Doppelkabine in zwei Längen ab 40.990 Euro gibt, und dem BAW 212 Pick-up aus China (ab 41.995 Euro) buhlen starke Mitbewerber um der Pick-up-Kunden.

Die Sitzprobe

Der neue Mitsubshi L200 Pick-up im ersten Check.

Zum ersten Kennenlernen-Termin steht der neue Mitsubishi L200 neben dem ersten in Deutschland verkauften Exemplar aus dem Jahr 1993. Das Grundgerüst im Bau von Pick-ups hat sich nicht verändert, auch der Neue nutzt einen stabilen Leiterrahmen und bietet Platz in einer Doppelkabine. Der graue neue L200 ist ein Diamant Top, der bereits die Zubehörabteilung durchlaufen hat. Eine elektrische Ladeflächenabdeckung mit Teiler, der Bügel hinter der Fahrgastzelle und Gummi-Fußmatten gehören zum guten Pick-up-Ton. Die A/T-Reifen mit speziellen Felgen sorgen für einen Abenteuer-Look, der im Fall dieses Fahrzeugs durch die demontierten seitlichen Trittbretter verstärkt wird.

Im Fond bietet der Pick-up ein klassengerechtes Platzangebot vor der steilen Scheibe. Eine 1.000-Kilometer-Reise möchte man hier als Erwachsener nicht ohne Pause mitmachen, aber im Alltag ist die Doppelkabine ein guter Erstwagen und SUV-Ersatz. Auf dem elektrisch einstellbaren Fahrersitz der Ausstattungslinie Diamant Top findet man schnell eine optimale Position. Dem manuell justierbaren Beifahrersitz fehlt leider eine Änderungsmöglichkeit der Sitzhöhe. Hinter der dem Lenkrad blickt man auf Runduhren und ein Mitteldisplay im vom Outlander bekannten Look. Die physischen Tasten neben dem Pralltopf erlauben eine zielsichere Navigation durch die Menüs.

Auf der Mittelkonsole steht das Infotainment-Display mit acht Zoll Bildschirmdiagonale. Die Layouts und die Auflösung der Grafiken sind nicht mehr taufrisch, aber alles ist logisch aufgebaut. Im Alltag dürfte das weniger stören, da man meist die Apple CarPlay- oder Android-Auto-Oberfläche nutzen dürfte. Drehregler und eine Tastenleiste unter dem Display vereinfachen die Bedienung, ebenso das weiter unten liegende Bauteil für die Steuerung der Zweizonen-Klimaautomatik mit soliden Kippschaltern.

Die Verarbeitung im Innenraum und die Materialauswahl liegen auf einem guten Niveau, trotzdem wirkt alles praktisch und nach dem harten Arbeitsalltag leicht abwischbar - bis auf die Hochglanz-Dekore auf der Mittelkonsole und in den Türverkleidungen. Die Tasten für die Sitzheizung wurden nachträglich installiert, dieses Extra dürfte es wohl nur als Zubehör mit Einbaumöglichkeit beim Händler vor Ort geben.

Fazit

Der neue L200 tritt direkt mit Zubehör vor die Kamera.

Der Mitsubishi L200 kommt nach Deutschland. Nach langer Durststrecke für Händler und Kunden gibt es jetzt wieder einen Pick-up der japanischen Marke. Ein 2,4 Liter großer Dieselmotor mit 204 PS treibt, entweder zuschaltbar oder permanent, alle vier Räder an. Die Basisversion ist zwar recht karg ausgestattet, kostet mit 39.990 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) aber deutlich weniger als viele Mitbewerber. Gleichzeitig muss sich der L200 einer gewachsenen Konkurrenz aus China stellen.

Der Mitsubishi L200 im Video

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller (2), Matthias Gill, Bernd Conrad