Porsche Macan 2024 Elektro-Macan im ersten Check

Alle Informationen und die erste Sitzprobe, auch als Video: Das ist der neue Porsche Macan!



Zehn Jahre nach dem Start des ersten Macan schickt Porsche in diesem Jahr den komplett neuen Nachfolger auf die Straße. Dabei handelt es um viel mehr als einen Modellwechsel: Die SUV-Baureihe wandelt sich vom Verbrenner zum reinen Elektroauto. Zumindest in Europa, wo neue Zulassungsbestimmungen zur Cyber-Sicherheit von Autos das parallele Angebot des Vorgängers mit Benzinmotoren unmöglich machen. Für Märkte außerhalb der EU wird der bisherige Macan weitergebaut.

Der Macan im Video

Bei uns hätten beide Generationen eine Zeit lang parallel existieren können. Wenn die fortwährenden Konzern-Probleme mit der Softwareschmiede Cariad nicht gewesen wären. Schwierigkeiten mit den Bits und Bytes haben die Markteinführung des neuen Posche Macan und des Audi Q6 e-tron um knapp zwei Jahre verschoben.

Erstmals haben die Porsche-Designer eine Baureihe mit dem Modellwechsel als Elektroauto gezeichnet, konnten also nicht – wie beim Taycan – auf einem weißen Blatt Papier anfangen. Das Ergebnis überzeugt: Mit dem Vieraugen-Tagfahrlich auf jeder Seite zeigt sich der neue Macan als Bruder des Taycan. Gleichzeitig schlagen Proportionen und Format die Brücke zum bekannten Taycan. Mit der betont flachen Heckscheibe, den „Side Blade“ genannten Dekorelementen und dem LED-Lichtband am Heck gibt sich der Neuling klar als Macan zu erkennen – mit einer doppelten Portion Neuheitenwert.

Ausgefeilte Aerodynamik

Die Karosserie ist in der Länge um fünf Zentimeter auf 4,78 Meter gewachsen. In der Breite legte der Macan, im Vergleich zum Vorgänger, um einen Zentimeter auf 1,94 Meter zu in der Höhe um zwei Zentimeter auf 1,62 Meter.

Aktive-Aerodynamik-Elemente an der Karosserie tragen zum niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,25 bei. Die Klappen in der Frontschürze öffnen nur bei Kühlbedarf, die „Air Curtains“ unterhalb der Scheinwerfer leiten den Fahrwind um die Vorderräder herum. Am Heck gibt es neben Abrisskanten auch einen adaptiven Heckspoiler. Auch der geschlossene Unterboden ist Teil des Aerodynamikkonzepts. Flexible Abdeckungen öffnen und schließen sich je nach Bedarf. Je nach Kundenwunsch kann man Aero-Felgen oder bis zu 22 Zoll große Räder wählen.

LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, adaptive Matrix-Lichttechnologie ist als Option erhältlich. Hinter den Leuchten steckt im Bugteil des Porsch Macan in Stauach (Frunk) mit 84 Litern Volumen, beispielsweise für das Ladekabel. Im Heck kann man den Kofferraum in der fünfsitzigen Konfiguration mit bis zu 540 Litern befüllen, sofern die verstellbare Lehne der Rücksitzbank in der steilsten Stellung arretiert wurde. Bei umgeklappten Lehnenteilen kann man maximal 1.38 Liter einladen. Außerdem bietet der Porsche Macan eine Anhängelast von 2.000 Kilogramm

Um fast neun Zentimeter wurde der Radstand verlängert. Dieses Plus kommt vor allem den Passagieren im Fond zugute. Hier wurde der Knieraum deutlich vergrößert. Auch die Kopffreiheit passt, wie die Sitzprobe zeigt, trotz dem abfallenden Dach auch für große Passagiere.

Cockpit im Cayenne-Stil

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Keine große Überraschung bietet das Cockpit. Die Anordnung der Displays, optional gibt es auch hier einen Bildschirm vor dem Beifahrer, ist aus dem Cayenne-Facelift bekannt. Wie das Zentraldisplay ist der 10,9 Zoll groß, das 12,6 Zoll große Kombiinstrument hinter dem Lenkrad hat eine gebogene Abdeckung (Curved Display).

Erstmals bei Porsche gibt es AR-Inhalte (Augmented Reality) im Head-up-Display, das die Anzeigen gefühlt in zehn Metern Entfernung mit einer Bildschirmdiagonale von 87 Zoll vor das Auto wirft. Hier konnten die Konstrukteure auf Konzern-Ware zurückgreifen. Das einzige analoge Instrument im Macan ist die auf dem Armaturenbrett thronende Sport-Chrono-Uhr.

Als Betriebssystem für das Infotainmentsystem nutzt Porsche Android Automotive OS von Google. Neben einer schnell reagierenden Sprachsteuerung und erhöhter Rechenleistung erlaubt diese Architektur auch die Integration von Drittanbieter-Apps, die man im Auto installieren kann.

E-Plattform mit 800-Volt-Technologie

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Die PPE-Plattform (Premium Platform Electric), die der neue Macan nutzt, hat ein 800-Volt-Bordnetz. Dies erlaubt schnelles Laden des 100 kWh großen Akkus im Fahrzeugboden, der eine netto nutzbare Kapazität von 95 kWh zur Verfügung stellt. Bis zu 270 kW Leistung können an einem entsprechenden Schnelllader (DC) abgerufen werden, wodurch ein fast leerer Akku in 21 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt sein kann.

Nach dem Anschluss per Ladekabel erkennt das System, wenn es sich um eine 400-Volt-Ladesäule handelt. Dann wird der Akku virtuell in zwei 400-Volt-Batterien geteilt, die mit einer Leistung von jeweils maximal 135 kW geladen werden können. Wechselstrom an einer Wallbox oder öffentlichen Ladesäule fließt dreiphasig mit 11 kW.

Der Porsche Macan 4

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Zum Marktstart gibt es den neuen Macan in zwei Varianten, beide mit jeweils zwei permanenterregten Synchronmaschinen für Allradantrieb. Der Porsche Macan 4 bringt es, mit aktivierter Launch Control und Overboost, auf 300 kW (408 PS) und ein Drehmoment von 650 Newtonmetern. In 5,2 Sekunden soll diese Variante aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Die WLTP-Reichweite des Porsche Macan 4 liegt bei 613 Kilometern.

Der Porsche Macan Turbo

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Das vorläufige Topmodell der Baureihe heißt Macan Turbo. Seine E-Maschinen schaffen in der Spitze mit Launch Control und Overboost 470 kw (639 PS) und bringen ein maximales Drehmoment von 1.130 Newtonmetern zusammen. In 3,3 Sekunden geht es auch 100 km/h, am Ende des Vortriebs erreicht der Turbo eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Wenn man es entspannter angehen lässt, soll man nah an die nach WLTP-Norm ermittelte Reichweite von 591 Kilometern herankommen.

Quersperre und Luftfahrwerk

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Die Entwickler legten in beiden Varianten Augenmerk auf eine hohe Reproduzierbarkeit der Leistungsabgabe. Der Macan Turbo kommt serienmäßig mit geregelter Quersperre „Porsche Torque Vectoring Plus“ an der Hinterachse und einer Luftfederung. Hier ist auch das PASM (Porsche Active Suspension Management) serienmäßig, das mit dem Stahlfahrwerk beim Macan 4 als Extra geordert werden kann. Wie im Cayenne arbeiten die adaptiven Dämpfer mit einer Zwei-Ventil-Technologie für die direkte Ansteuerung von Zug- und Druckstufe. Eine neue Option im Macan-Programm ist die Hinterachslenkung Bei niedrigem Tempo schlagen die hinteren Räder gegensinnig ein und reduzieren den Wendekreis auf 11,1 Meter. Bei höherem Tempo sorgt die Unterstützung der gleichsinnig mitlenkenden Räder an der Hinterachse für eine höhere Fahrstabilität.

Das kostet der neue Macan

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Ab sofort kann man den neuen Porsche Macan bestellen. Als Macan 4 kostet das Elektro-SUV ab 84.100 Euro. Zum Vergleich: Der Vorgänger war als Macan S mit 380 PS ab 79.534 Euro zu haben, als Macan GTS mit 440 PS ab 96.075 Euro. Das ändert nicht. Der neue Macan Turbo kostet mindestens 114.600 Euro.

Deutlich nahbarer war der Einstieg in die Vorgänger-Baureihe mit dem Vierzylinder-Basismodell mit 265 PS für 69.895 Euro. Gut möglich, dass zu einem späteren Zeitpunkt unterhalb des Macan 4 eine weitere Variante ohne Zusatzbezeichnung zum günstigeren Preis kommt. Als Einmotor-Elektro-SUV mit Maschine im Heck würde ein solcher Basis-Macan dann den Geist der Markenikone 911 ins SUV-Programm bringen.

Fazit

Porsche Macan 2024 Fotos Video Preis 4 Turbo Elektro

Mit deutlicher Verzögerung kommt jetzt der neue Porsche Macan auf den Markt. Das Elektro-SUV löst den Vorgänger mit Verbrennungsmotoren auf dem EU-Markt in der zweiten Hälfte des Jahres ab.

Der erste Kontakt mit Sitzprobe zeigt, dass die Designer mit ihrer Linienführung Begehrlichkeiten wecken können. Das Innenraumkonzept bietet mehr Platz als bisher und die vertraute Marken-Landschaft im Cockpit. Wir sind schon jetzt auf den ersten Test gespannt.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller