VW Passat Facelift 2019 Immer online

UPDATE mit Video. Der VW Passat wird überarbeitet.

UPDATE: Das Video zum neuen VW Passat am Ende des Artikels.

Im Jahr 1973 läutete die erste Generation des Passat, damals noch auf Basis des Audi 80, eine neue Zeit im Modellprogramm von VW ein. Nach 1500, 1600, 412, 1300, 1303 und wie sie alle hießen war das Mittelklassemodell nämlich der erste VW mit einem richtigen Namen, der Golf kam ein Jahr später.

46 Jahre, 30 Millionen Autos und acht Modellgenerationen später ist der VW Passat längst zum Kulturgut geworden. Nicht nur in Deutschland, sondern in unterschiedlichen Ausprägungen auf der ganzen Welt.

Bei uns mobilisiert er vor allem Menschen, denen der Arbeitgeber oder die eigene Firma das Auto finanziert und die damit tagein, tagaus zu Kunden und Terminen fahren. Ein Nutzfahrzeug also, auf gewisse Art und Weise.

Da geht man, obwohl natürlich auch beim Firmenwagen eine große Portion Image und Statusdenken mit auf den Tisch kommt, doch eher pragmatisch heran. Das heißt dieser Tage: Digital.

Und erklärt die Zurückhaltung, die mancher Betrachter dem Facelift des VW Passat vorwerfen mag. Optisch tat sich beim neuen Modell, das ab Mai 2019 bestellt werden kann und wohl im September erstmals auf die Straße rollt, herzlich wenig.

Der Stoßfänger vorne wurde neu modelliert, zieht die Optik weiter nach unten. Darüber gibt es fortan serienmäßig LED-Scheinwerfer. Gegen Aufpreis strahlen sie nochmals heller, als dritte Ausbaustufe gibt es auch im Passat ein IQ. Light genanntes Matrix-LED-System.

Die Funktionen sind auf dem neuen Touareg bekannt, der aber mit 78 einzeln ansteuerbaren LED-Modulen ein nochmals aufwendigeres System besitzt als der Passat. Bei ihm sind 44 LED-Elemente verbaut, davon werden 32 je nach Fahr- und Ausleuchtungssituation munter ein- und ausgeschaltet.

Hinten gibt es neue Einlagen im Stoßfänger, einen mittigen Modellschriftzug wie bei allen neuen VW, und serienmäßige LED-Rückleuchten.

Das lockt jetzt niemanden hinter dem Ofen hervor und zum Verkaufs- und Leasingberater? Stimmt. Deswegen punktet der Passat ja innen weiter, auch wenn hier bis auf die fehlende Analoguhr erst einmal kein Unterschied feststellbar ist.

Immer Online mit eingebauter SIM-Karte

Vw Passat Facelift 2019 We Connect Fotos Infos

Jeder Passat kommt künftig mit fest verbauter SIM-Karte und ist, unabhängig von der Kopplung eines Smartphones, immer online. Selbst mit dem Basisradio, das künftig ein 6,5 Zoll großes Display hat, können damit einzelne We Connect-Dienste genutzt werden, zum Beispiel die Ortung der Parkposition des Autos.

Gegen Aufpreis gibt es Navigationsgeräte mit 8,8 Zoll (Serie im GTE) und 9,2 Zoll Diagonale, das größte namens Discover Pro wie gewohnt komplett knopflos.

Aufgefrischt wurde das weiterhin 11,7 Zoll große Digital Cockpit, das den Namen Active Info Display ablegt. Es soll schärfer und farbenfroher wirken, was unter Tageslicht einer Überprüfung bedarf.

Optional wird es, auch später als Update, We Connect Plus geben. Darin sind dann Echtzeit-Verkehrsdaten in einem Umkreis von 100 Kilometern um das Auto, eine erweiterte Online-Sprachbedienung (die immer „Hallo Volkswagen“ angesprochen werden will und sich nicht umbenennen lässt) und die Steuerung von Funktionen wie einer Standheizung über das Smartphone möglich.

Über einen In-Car-Shop lassen sich dann Datenpakete kaufen, mit denen Internet Radio und Musikstreaming genutzt werden kann. Zum Start kooperiert VW hierfür mit Apple und Tidal. Später dürften auch andere Anbieter wie Spotify dazukommen. Das kann man aber auch weiterhin über Apple CarPlay erledigen, was im Passat auch kabellos funktioniert.

Samsung Smartphone als digitaler Schlüssel

Noch ein neuer Smartphone-Trick. Nutzer eines Samsung-Telefons können dieses als digitalen Schlüssel verwenden.Wird das entsprechende Gerät in die induktive Ladeschale in der Mittelkonsole gelegt, kann damit auch der Motor gestartet werden. Außerdem kann dieser digitale Schlüssel an andere Personen geschickt werden, die dann entsprechend auch das Auto entriegeln und starten können.

Wann dieser praktische Dienst auch mit Smartphones anderer Hersteller funktioniert, ist noch nicht bekannt. Der Knackpunkt sind die Handyfirmen, die entsprechende Sicherheitsprotokolle freigeben müssen.

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Noch eine Nische, aber vielleicht bald aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Der vernetzte Passat ist auch spontan für Lieferdienste zu öffnen, außerdem kann er vor Ort von lokalen Dienstleistern innen und außen gereinigt werden.

Flottenkunden dürften sich für We Connect Fleet interessieren. Dann können die Fahrzeuge eines Firmenfuhrparks nicht nur optimal gesteuert werden. Außendienstmitarbeiter können auch z.B. Ersatzteile für ihre Kundentermine oder anderes Material stets „on Demand“ in ihr Auto geladen bekommen.
Auf der Autobahn kann dann der neue Travel Assist genutzt werden. Er stellt eine Evolutionsstufe des bisherigen Stauassistenten dar.

Automatisiert nach Level 2

Im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 210 km/h kann das Auto die Fahrspur und den Abstand halten, bremst auch bis zum Stillstand ab und fährt wieder an. Bei dieser Automatisierung nach Level 2 müssen die Hände stets am Lenkrad bleiben.

Nach zehn Sekunden fordert die Software den Fahrer auf, die Lenkung wieder zu übernehmen. Dazu musste bisher ein Lenkimpuls erfolgen, da ruhige Hände oftmals grundlos diese Warnung auslösen konnten.

Jetzt hat VW ein Lenkrad in den Passat eingebaut, dass die Berührung der Hände erkennt, eine minimale Lenkbewegung ist also nicht mehr nötig. Gleichzeitig wird das immer gleiche Lenkraddesign geändert. Jeder VW bekommt also künftig das Volant, dass zuerst im T-Cross gezeigt wurde und jetzt auch in den Passat einzieht.

Motoren im neuen Passat

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Motoren und Antriebskomponenten hat auch der digitalisierte Passat natürlich weiterhin. Als Benziner stehen der 1.5 TSI mit 150 PS und ein 2.0 TSI mit 190 oder 272 PS zur Wahl. Dieselkunden greifen entweder zum 1.6 TDI mit 120 PS oder zum zwei Liter großen TDI. Den gibt es, stark überarbeitet, mit 150 PS oder als 190 PS-Version.

Der 2.0 Bi-Turbodiesel mit 240 PS stellt weiterhin das Topmodell der Selbstzünderfraktion dar. Er wird wie der 272 PS-Benziner stets an Allradantrieb gekoppelt, den es für den 190 PS-TDI gegen Aufpreis geben wird.

Die beiden stärksten Motoren kommen zum Marktstart als R-Line Edition-Sondermodell in exklusiver Lackfarbe mit dem Namen Mondsteingrau und „voller Hütte“. Regulär wird es den VW Passat in den Ausstattungslinien Basis, Business und Elegance geben. Auch der hochgelegte Variant Alltrack wird wieder angeboten.

Plug-in-Hybrid GTE mit mehr Reichweite

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Eine eigene Linie ist auch künftig der Plug-in-Hybrid Passat GTE. Der bekommt eine von 9,9 auf 13,1 kWh vergrößerte Batterie. Deren Abmessungen und der Bauraum bleiben gleich, die größere Kapazität wird durch eine höhere Zelldichte erreicht.

55 Kilometer rein elektrische Reichweite laut WLTP-Norm soll der Passat GTE damit erreichen, zurück gerechnet auf NEFZ entspricht das laut VW 70 Kilometern. Zum Vergleich: Der bisherige Passat GTE schaffe 50 NEFZ-Kilometer.

Am Antriebslayout des Plug-in-Hybrid ändert sich nichts: 1.4 TSI-Benziner mit 115 kW / 156 PS und ein 85 kW / 115 PS starker Elektromotor bringen eine Systemleistung von 160 kW / 218 PS. Der Passat GTE erfüllt künftig die Abgasnorm Euro 6d, während die Benziner und Diesel Euro 6d-Temp schaffen.

Die Auffrischung des VW Passat wird also für viele Betrachter unbemerkt stattfinden. Er trägt den Nerz nicht nach innen, sondern die digitale Auffrischung. Und damit die entscheidenden Änderungen, die für die Zielgruppe der Firmenwagenfahrer und Flottenkunden von Interesse und Nutzen sind.

Ab Mai 2019 ist der VW Passat nach seiner Überarbeitung bestellbar, im September werden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert. Preise nennt VW noch nicht. Die aktuelle Version kostet als Limousine mit stark eingeschränktem Motorenangebot ab 31.950 Euro (Trendline 2.0 TDI), der Variant ist ab 32.975 Euro (Comfortline 1.5 TSI) zu haben.

Der VW Passat im Video

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Volkswagen (5), Bernd Conrad (11)