Aiways U6ion Rückblick in die Zukunft

Das Concept Car Aiways U6ion im ersten Check mit Sitzprobe und Video-Review.



Die kurze Geschichte des chinesischen Elektroauto-Start-ups Aiways wurde auch hier schon erzählt, ist aber immer wieder erwähnenswert. Erst 2017 wurde das Unternehmen gegründet, schon 2020 stand mit dem Aiways U5 das erste Modell am Start. Nicht als Studie oder in Form von Ankündigungen, sondern als Serienauto, das im gleichen Jahr auch schon in den ersten Märkten verkauft wurde.

Der U6ion im Video

Der Fokus von Aiways lag von Beginn an auch auf dem Export. Nach Deutschland folgten weitere europäische Märkte und Israel, in denen der U5 – neben dem Heimatland China – verkauft wird. 2022 soll ein zweites Modell starten und die Modellpalette erweitern. Die Geburt des Aiways U6 verlief etwas holpriger als die seines Steilheck-Bruders. Eigentlich war geplant, das Showcar U6ion gemeinsam mit dem U5 auf dem Genfer Autosalon 2020 vorzustellen.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde die Messe im Frühjahr 2020 kurzfristig abgesagt. Aufgrund von Grenzschließungen steckte das Concept Car auf dem Transportweg fest. Es blieben Fotos, mittlerweile auch von der Serienversion des U6 . Obwohl das leicht entschärfte Design dieses Modells mittlerweile bekannt ist, schicken die Chinesen ihren U6ion jetzt doch noch nach Europa. Ich konnte die Studie zum ersten Check mit Sitzprobe treffen. Ein Rückblick auf den Ausblick in die Zukunft, also!

Mehr Leistung als im U5

Im Format entspricht der U6 dem 4,68 Meter langen U5. Einen leichten Längenzuwachs dürfte es aufgrund anderer Stoßfänger geben. Die Schürzen an Front und Heck sind beim orangenen Ausstellungsfahrzeug noch überzeichnet, auch der dominante Heckspoiler schafft es nicht in die Serie.

Plattform und Antriebstechnik gleichen sich bei beiden Modellen. Noch halten sich die Aiways-Manager bedeckt, stellen aber für den U6 einen leicht (?) leistungsstärkeren Elektromotor in Aussicht. Varianten mit zweiter Maschine hinten und Allradantrieb sind auf absehbare Zeit nicht geplant. Die Speicherkapazität des Akkus wird auch hier bei 63 kWh liegen, könnte aber bald durch neue Zelltechnologie mit besserem Packaging vergrößert werden.

Die abfallende Dachlinie schränkt die Kopffreiheit für große Menschen im Fond der Coupé-Version etwas ein, zumal die Sportsitze hier recht hoch montiert sind. Im Serienmodell wird eine durchgehende Sitzbank zu finden sein, die tiefer liegt. Verzichten muss (und kann) man dann auch auf die in der Mittelarmlehne integrierte Drohne mit Fernsteuerung. Zumindest im Showcar mit Scooter-Halterung ist auch der Kofferraum kleiner (U5: 432 Liter Volumen).

Das große Display bleibt

Aiways U6ion Fotos Video Review Preis Markstart Deutschland

Neben dem Farbschema ist auch das Cockpit des U6ion-Showcars nicht im Serienzustand. Aber schon jetzt ist bekannt: Der U6 wird ein im Vergleich zum U5 vergrößertes Infotainmentdisplay und eine neue Software bekommen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis der U5 bei einer kommenden Modellpflege nachzieht. Während er aber die drei hinter dem Lenkrad angeordneten Displays für die fahrrelevanten Informationen behält, blickt der U6-Pilot auf ein schmales, in das Cockpit integriertes, Kombiinstrument.

Wohl etwas teurer als der U5

Aiways U6ion Fotos Video Review Preis Markstart Deutschland

Wenn alles nach Plan läuft, kann die Serienproduktion des Aiways U6 Mitte des Jahres starten, im Herbst dürften dann die ersten Autos in Europa ankommen. Mit mehr Leistung sind für den Aiways U5 etwas höhere Preise zu erwarten, als man sie aktuell vom U5 kennt. Der kostet als Standard-Modell aktuell – vor Abzug der Umweltprämie – ab 38.970 Euro. Die Premium-Version, bei der die Ausstattung u.a. um Lederbezüge, größere Felgen, Einparksensoren an der Front und Schiebedach erweitert wurde, steht für 42.070 Euro im Konfigurator.

Auch die Coupé-Version des chinesischen Elektro-SUV wird also im Wettbewerbsvergleich sehr günstig. Damit dürfte der U6 für viele Kunden zur potenziellen Alternative für VW ID.5 und Skoda Enyaq Coupé werden.

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Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller / Dani Heyne
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